Keith Sonnier «Bound Saw Palm», Sagaponack Blatt Series, Detail, 2004 | Neon, Draht und Trafo | 167.6 x 101.6 x 22.9 cm | Foto: © Caterina Verde Courtesy of the Artist

Keith Sonnier | Michael Venezia
«Dialog III: Licht»

Ausstellung: 26. Mai – 14. August 2020

In der Ausstellung «Dialog III: Licht» präsentiert Häusler Contemporary mit Keith Sonnier und Michael Venezia zwei wichtige Vertreter der Postmoderne. Dabei wird Licht ebenso als «zeichnerisch» skulpturales Element wie als dynamisierendes «malerisches» Mittel erkennbar.

Die dritte Ausgabe unserer dialogischen Ausstellungsserie zum Thema Licht widmen wir zwei Künstlern, die beide ab Ende der 1960er-Jahre im New Yorker Kunstmilieu arbeiteten und dort Ansätze entwickelten, mit denen sie wesentlich zur Erneuerung der Kunst beitrugen: Keith Sonnier im Bereich der Skulptur, Michael Venezia in der Malerei. Während letzterer die Farbsprühpistole entdeckte, um das Handschriftliche des Pinselduktus zu überwinden, begann ersterer, Neonröhren, die bis anhin vor allem in der Werbung Anwendung fanden, in seine Objekte zu integrieren. Beide Künstler eigneten sich also in einer damals revolutionären Geste Materialien der Industrie und des Alltags an, um daraus eine neue, künstlerische Ästhetik zu entwickeln, welche unser Verständnis von Kunst bis heute prägt.

Michael Venezias Werke aus jener Pionierzeit leben von der Interaktion mit ihrem Umgebungslicht. Dies wird deutlich anhand der raren «Bar Paintings» und Arbeiten auf Papier, die wir präsentieren können. Die sich verändernden Lichtreflexe, welche sich auf den Sprühmarkierungen zeigen und die «Malerei» dynamisieren, sind dem Gemisch aus Metallpigmenten und Acryl- oder Ölfarbe zu verdanken, mit dem Venezia seine Spraydosen befüllte. Einen ähnlichen Effekt erzielt der Künstler heute, wenn er in den neueren «Block Paintings» Perlglanz einsetzt.

Keith Sonnier präsentieren wir mit Werken, welche seinen vielfältigen Umgang mit der Neonröhre veranschaulicht. Mal nutzt er sie als frei verspielte Linie wie in der frühen Arbeit «Indian Sunset (blue)», 1968, mal eher der geometrischen Rechtwinkligkeit verpflichtet, wie in «Plunge», 1989, oder «Baghdad Relic», 2004. Seit jeher ist dabei die Kombination der Leuchtstoffröhren mit Materialien wie Tuch, Metall, Glas oder Fundobjekten charakteristisch für Sonniers Schaffen, womit er sinnliche, emotionale und auch figürliche skulpturale Momente evoziert.

Die Begegnung der beiden Positionen in unserer Ausstellung bringt die zeichnerischen Elemente in Sonniers Skulptur zur Geltung und die modellierende Qualität des Lichts in Venezias Malerei. Vor allem aber sehen wir die innovative Kraft zweier künstlerischer Konzepte, ohne welche die Kunst heute eine andere wäre.


Ausstellungsansichten

Keith Sonnier | Michael Venezia «Dialog III: Licht» | Ausstellungsansicht Häusler Contemporary Zürich, 2020 | Foto: Peter Baracchi

Keith Sonnier | Michael Venezia «Dialog III: Licht» | Ausstellungsansicht Häusler Contemporary Zürich, 2020 | Foto: Peter Baracchi

Keith Sonnier | Michael Venezia «Dialog III: Licht» | Ausstellungsansicht Häusler Contemporary Zürich, 2020 | Foto: Peter Baracchi

Keith Sonnier | Michael Venezia «Dialog III: Licht» | Ausstellungsansicht Häusler Contemporary Zürich, 2020 | Foto: Peter Baracchi

Michael Venezia, «OW46», 2019, Detail | Perlglanz Acrylfarbe auf Holz | 18 x 168.5 x 9 cm | Foto: Peter Baracchi
Michael Venezia, «Untitled ATI», Detail, 1973 | Metallpulver in Öl auf Leinwand | 12 x 236.8 cm | Foto: Mischa Schwerer

Keith Sonnier | Michael Venezia «Dialog III: Licht» | Ausstellungsansicht Häusler Contemporary Zürich, 2020 | Foto: Peter Baracchi

Michael Venezia, «Untitled ATI», Detail, 1973 | Metallpulver in Öl auf Leinwand | 12 x 236.8 cm | Foto: Francesca Cirilli
Keith Sonnier, «USA: War of the Worlds», Detail, 2004 | Neon, gefundene Objekte, Trafo | 121.9 x 121.9 x 71.1 cm | Foto: Peter Baracchi

Keith Sonnier | Michael Venezia «Dialog III: Licht» | Ausstellungsansicht Häusler Contemporary Zürich, 2020 | Foto: Peter Baracchi

Keith Sonnier | Michael Venezia «Dialog III: Licht» | Ausstellungsansicht Häusler Contemporary Zürich, 2020 | Foto: Peter Baracchi

Keith Sonnier «Drone C», Portal Variation Series, 2014/2020 | Neon, Kabel, Transformer | Ed. 1/5 | 81 x 51 x 21 cm | Foto: © Caterina Verde Courtesy of the Artist.
Keith Sonnier «Drone A», Portal Variation Series, 2014/2020, Detail | Neon, Kabel, Transformer | Ed. 1/5 | 81 x 51 x 28 cm | Foto: © Caterina Verde Courtesy of the Artist.

Keith Sonnier | Interview on harnessing the power of light | Ausstellung «Collection» | 2014/2015 | Häusler Contemporary Lustenau


Im Gespräch: Dieter Schwarz und Gianfranco Schiavano zum Werk von Michael Venezia | 2020 | Häusler Contemporary Zürich


Einzelwerke | Keith Sonnier

Keith Sonnier, «Bound Saw Palm», Sagaponack Blatt Series, 2004 Neon, Draht und Trafo | 167.6 x 101.6 x 22.9 cm VERFÜGBAR
Anfrage
Keith Sonnier, «Los La Butte», Tidewater Series, 1994 Neon und gefundene Objekte | 88.9 x 43.2 x 53.3 cm VERFÜGBAR
Anfrage
Keith Sonnier, «Baghdad Relic», Sagaponack Blatt Series, 2004 Neon, Transformer, gefundene Objekte| 152.4 x 132.1 x 17.8 cm VERKAUFT
Anfrage
Keith Sonnier, «Indian Summer (blue)», 1968/2018 Neon, Kabel, Trafo, Glühbirnen, Porzellanhalterungen | 143.51 x 199.39 x 20.32 cm VERFÜGBAR
Anfrage
Keith Sonnier, «USA: War of the Worlds», Sagaponack Blatt Series, 2004 Neon, gefundene Objekte, Trafo | 121.9 x 121.9 x 71.1 cm VERKAUFT
Anfrage
Keith Sonnier, «Bundle Pack», Sagaponack Blatt Series, 2004 Neon, Umwandler und gefundene Objekte | 76.2 x 68.6 x 22.9 cm VERFÜGBAR
Anfrage
Keith Sonnier, «Plunge», 1998 Neon, gefundene Objekte, Draht und Trafo | 96.5 x 68.6 x 22.9 cm VERFÜGBAR
Anfrage
Keith Sonnier, «Drone A», Portal Variation Series, 2014/2020 Neon, Kabel, Transformer | 81 x 51 x 28 cm | Ed. 1/5 VERFÜGBAR
Anfrage
Keith Sonnier, «Drone B», Portal Variation Series, 2014/2020 Neon, Kabel, Transformer | 81 x 51 x 28 cm | Ed. 1/5 VERFÜGBAR
Anfrage
Keith Sonnier, «Drone C», Portal Variation Series, 2014/2020 Neon, Kabel, Transformer | 81 x 51 x 21 cm | Ed. 1/5 VERFÜGBAR
Anfrage

Einzelwerke | Michael Venezia

Michael Venezia, «Untitled JS16», 1968 Acryl und Metallpulver auf Leinwand | 246 x 116.5 cm VERFÜGBAR
Anfrage
Michael Venezia, «Untitled R78A», 1978 Metallpulver in Öl auf Leinwand | 6.9 x 304.9 cm VERFÜGBAR
Anfrage
Michael Venezia «OW46», 2019 Perlglanz Acrylfarbe auf Holz | 18 x 168.5 x 9 cm VERFÜGBAR
Anfrage
Michael Venezia, «Untitled ATI», 1973 Metallpulver in Öl auf Leinwand, 12 x 236.8 cm VERFÜGBAR
Anfrage
Michael Venezia «Untitled MVNY #729», 1972 Metallpulver in Öl auf Papier | 51.6 x 88.2 cm VERKAUFT
Anfrage
Michael Venezia «Untitled MVNY #1000», 1970 Metallpulver in Öl auf Papier | 43 x 56 cm VERKAUFT
Anfrage
Michael Venezia «#819», 1972 Acryl-Sprühfarbe auf Papier | 89 x 58 cm VERFÜGBAR
Anfrage
Michael Venezia «Untitled MVNY #823», 1972 Metallpulver in Öl auf Papier | 66 x 51 cm VERKAUFT
Anfrage

Presse

Biografie | Keith Sonnier

1941 geboren in Mamou, Louisiana, US
1959-63 Studium an der University of Southwestern Louisiana, Lafayette, US
1965-66 Studium am Douglas College, Rutgers University, US
lebt und arbeitet in New York, US

Das Licht ist seit 1968 das bevorzugte künstlerische Ausdrucksmittel von Keith Sonnier, der in den 1970er-Jahren ein wichtiger Wegbereiter der «neuen Skulptur» war. Die Neonröhre, die bis dahin vor allem der Werbe- und Alltagsästhetik angehörte, kombiniert Sonnier häufig mit Materialien wie Glas, Stoff, Latex oder Metall, um die sinnlichen und emotionalen Qualitäten dieser Werkstoffe zu erproben. Sonnier hat zudem zahlreiche «Kunst am Bau»-Projekte realisiert. Besondere Bedeutung kommt dabei seiner künstlerischen Gestaltung im neuen Flughafen München (1989-92) zu.

Weitere Informationen zur Biografie finden Sie hier. 

Biografie | Michael Venezia

1935 geboren in Brooklyn, US
Kunststudium bei Peter Busa am State University College of New York in Buffalo, US
lebt und arbeitet in New York, US und Trevi, IT

Michael Venezia gilt als wichtiger Erneuerer der Malerei in den 1960er Jahren. Damals teilte er mit Künstlerkollegen wie Dan Flavin, Robert Ryman oder Sol LeWitt das Anliegen, die Routine und Selbstverliebtheit, die sich im Abstrakten Expressionismus aus ihrer Sicht mittlerweile abzeichneten, zu transzendieren und zu überwinden. Venezia fand so Ende der 1960er Jahre zur Farbsprühpistole als adäquates Mittel, um das handschriftlich-gestische des Pinselstrichs hinter sich zu lassen. Ein weiterer wichtiger Schritt Anfang der 1970er war die Reduktion der Bildfläche auf einen langen, schmalen Holzstab. Auf diesem Bildformat, dem der Künstler bis heute treu geblieben ist, erzielt er mit veränderten Techniken und mit unterschiedlichen Stabkombinationen stets neue, überraschende malerische Qualitäten.

Weitere Informationen zur Biografie finden Sie hier.